Mehr als Petticoat und BMW Isetta

Die Geschichtswerkstatt forscht über die 50er Jahre und sucht Neueinsteiger

Das neue Forschungsprojekt der Geschichtswerkstatt sind die 50er-Jahre; eine Zeit, bei der gleich viele Bilder im Kopf entstehen: Petticoat und Pferdeschwanz, Jazz-Musik und Rock’n Roll, Urlaub in Italien, Neubau-Wohnsiedlungen und immer mehr Menschen, die sich ein Autos leisten können. Doch die 50er Jahre sind mehr als das Wirtschaftswunder. Es ist auch eine Zeit, in der die Erinnerungen an den Nationalsozialismus verdrängt wurden und doch weiter wirkten.
Für das neue Projekt unter dem Titel „Die 50er Jahre – Wirtschaftswunder und Verdrängung“ sucht die Geschichtswerkstatt noch Verstärkung für das Forschungsteam. Am 16. Februar 2016 geht es mit einem kostenfreien Einführungslehrgang los. Ein idealer Zeitpunkt für Neueinsteiger. Jeder, der sich für die Geschichte seiner Gemeinde interessiert, ist herzlich willkommen! Für Einheimische ist es eine Chance, ihr Wissen zu vertiefen und für Zugezogene ist es eine gute Gelegenheit, in der eigenen Gemeinde heimisch zu werden und mehr über sie zu erfahren. Vorkenntnisse braucht man nicht, das Forschungsprojekt wird von der Projektleiterin Annegret Braun wissenschaftlich betreut.
In zehn Unterrichtsabenden vermitteln renommierte Referenten Hintergrundwissen über die 50er Jahre, aber auch praktische Geschichtsforschung wie Interviewführung und Archivrecherche.
Danach geht es ans eigene Forschen. Die Themen sind breit gefächert: Was geschah nach dem Chaos der ersten Nachkriegsjahre? Wie gelang es den Heimatvertriebenen, in ihrem neuen Leben heimisch zu werden? Und wie veränderte sich die Arbeitswelt, als das Handwerk zurück ging und die Industriearbeit boomte? Weitere Themen sind: Wie erlebten die Nachkriegskinder, die inzwischen zu Jugendlichen oder „Halbstarken“ herangewachsen waren, diese spannende Zeit? Und wie wurde mit dem nationalsozialistischen Erbe umgegangen? Die Geschichtswerkstatt möchte die 50er Jahre in all ihren Facetten und Widersprüchen erforschen. Das Team der ehrenamtlichen Forscher und Forscherinnen freut sich über jeden, der mitmacht.

Anmeldung:
Dachauer Forum e.V.
Ludwig-Ganghofer-Straße 4
85221 Dachau
Telefon 08131/99688-0
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